24-Stunden-Rennen Kelheim – Die Zeit läuft

Vielleicht haben sich schon einige gefragt, ob mein Plan überhaupt noch aktuell ist, beim 24-Stunden-Rennen in Kelheim teilzunehmen. Ist er. Ich schreibe nur so ungern über mich selbst und mein kleines unbedeutendes Sportpensum, da flüchte ich mich lieber in allgemeinere Beiträge. Besonders, wenn es langsam ernst wird. Aber wenn ich meinen Plan schon so großspurig ankündige, dann sollte ich Euch zumindest nicht ganz ohne Infos lassen.

Strava sagt, ich bin in diesem Jahr rund 2.500 Kilometer Rennrad und MTB gefahren, etwas mehr als 21.000 Höhenmeter und circa 122 Stunden. Insgesamt dürfte es noch etwas mehr sein, aufgrund meiner Vergesslichkeit, Strava anzuschalten oder weil Strecken einfach nicht richtig aufgezeichnet wurden. Für manche von Euch werden das vielleicht die Zahlen sein, die nach einem oder zwei Monaten in der Bilanz stehen.

 

 

Aber für meine Verhältnisse ist das gar nicht so übel, vor allem, da ich im Winter recht regelmäßig gelaufen bin. Und dass ich ganz gut drauf bin im Vergleich zu früheren Jahren, das spüre ich und das schiebe ich vor allem auf die Höhenmeter meines neuen Chiemgauer Trainingsgebietes. Viel schneller bin ich nicht, aber dass ich nach einer Tour von mehr als 100 Kilometern und 1600 Höhenmetern kaum Ermüdung spüre (während der beste Mann der Welt nicht einmal mehr Pizza bestellen konnte) und am nächsten Tag gleich noch eine gute Einheit geht, das stimmt mich schon mal recht positiv.

Der Plan bis Kelheim

Der große Tag, der 18. Juli, rückt jetzt unaufhaltsam näher. Noch etwas mehr als drei Wochen habe ich Zeit, mich schön verrückt zu machen. Das kann ich richtig gut! Mein Magen fängt jetzt schon an zu grummeln, wenn ich daran denke, bald an der Startlinie zu stehen.

Am Sonntag werde ich allerdings erst einmal eine andere Startlinie überqueren. Der Rosenheimer Radmarathon startet beinahe in unserem Vorgarten, das darf ich mir nicht entgehen lassen (auch, wenn ich beim Chiemsee Triathlon gerne zugesehen hätte). 159 Kilometer mit etwa 1.400 Höhenmetern sollen es werden. Eine gute Distanz, um den Hintern darauf vorzubereiten, ein paar Stunden im Sattel zu sitzen und auch mal die geplante Verpflegung zu testen. 220 Kilometer wären zwar auch im Angebot, aber die 2.500 Höhenmeter und der Zielschluss um 18 Uhr schrecken mich da etwas ab. Lieber ohne Stress die kürzere Tour.

 

Rennverpflegung 24 Stunden Rennen Kelheim

Rennverpflegung. Oder so.

 

Was nach dem Radmarathon kommt… da bin ich mir noch nicht so sicher. Das möchte ich dann entscheiden, wenn ich weiß, wo noch Tuning-Bedarf besteht. Geplant ist jedenfalls noch das Erklimmen des Kitzbüheler Horns am 10. Juli, wenn die Österreich-Rundfahrt dort vorbei kommt. Das soll der krönende „Trainingsabschluss“ sein, die letzte Woche vor Kelheim wird dann ruhiger angegangen.

Was ich mir wünsche

Die Hitze, die neulich mal kurz hier in Bayern vorbeigeschaut hat, zeigte mir mal wieder: ich bin ein Wintertier. Ich kann also nur hoffen, dass das Thermometer in Kelheim unter 25° Grad stehen bleibt – sonst muss ich mir tagsüber gar nicht die Mühe machen, auf’s Rad zu steigen. Zumindest wird das Rennen dann noch viel schwerer als ohnehin schon.

 

Carolyn Friesl - Ciclista.net Kelheim

So unglücklich sehe ich aus, wenn mir zu heiß ist.

 

Ansonsten habe ich gar nicht so viele Wünsche – nicht zu viel Aufregung vor dem Start, nicht zu viel Magengrummeln und keine Stürze. Was an Kilometern zusammenkommen soll? Eigentlich egal. Mir geht es darum, zu sehen, wie weit ich komme und wie ich in so einer Extremsituation funktioniere. Ob das dann am Ende 250, 300 oder gar 400 Kilometer werden – das ist gar nicht so wichtig. Vielmehr freue ich mich schon auf die Atmosphäre, auf viele bekannte Gesichter auf und neben der Strecke und – ja – sogar auf den Stausacker Berg freue ich mich. Noch.

Frauen auf die Räder!

Am 1. Juli ist Meldeschluss für das 24-Stunden-Rennen. Bisher haben gerade einmal acht Frauen als Einzelstarterin gemeldet. Acht!! Gegenüber 153 Herren! Ich hätte da schon auf mehr gehofft, muss ich sagen. Aber gut, Frauenradsport ist im Aufschwung, das wird sich hoffentlich bei den nächsten Ausgaben noch ändern. Denn Mädels, wenn sogar ich mich traue, da mitzufahren – dann packt Ihr das locker!

So. Ich bin dann mal weiter nervös.

 


Wer von Euch steht auch in Kelheim am Start? Oder feuert an? Stehen Eure Saisonziele auch kurz bevor? Lasst es mich wissen! 🙂

Carolyn Ott-Friesl

Nicht viel, nicht schnell - aber mit Leidenschaft. So betreibe ich Radsport seit mehr als zehn Jahren. Mehr über mich...

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1 Antwort

  1. bemme51 sagt:

    als ersten versuch und ohne viel zu verlieren – ruhig reingehen, nicht überheizen. moderates tempo und scheiss routine reinbekommen. wie lange hast du maximal bisher im sattel verbracht? woran hast du zu knabbern gehabt? was macht arsch und sattel, was die nackenmuskeln? das würde ich mir vorher angucken und bedenken. der magen? hast du dein futter gefunden für den tag, fang bissl vorher mit an, für so ne eintagessache mach dir am besten reiskuchen (die dinger aus milchreis und kokosfett, vorportionieren und fertig).

    pausen fressen dich auf, also dreh mal 200km und versuch mit unter …zielzeit einsetzen… minuten stillstand hinzukommen. das dann einfach hochskalieren, jedes dritte mal ne kleine bonuspause gönnen. ansonsten sind das auch nur zwei halbe tage ohne schlafen dazwischen. richtige müdigkeit wird kein thema sein, 24h mit arbeiten und feiern gehn ja auch.

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