Rennrad-Schaltung: 3 Tipps für weniger Ärger
Die Schaltung am Rennrad interessiert Dich im besten Fall gar nicht – denn wenn sie gut funktioniert, macht man sich ja meistens kaum Gedanken darüber, oder? 😉 Das Schalten selbst am Rennrad hast Du auch sicherlich schnell raus – aber ein paar Tipps können helfen, die Lebensdauer Deines Antriebs zu verlängern.
Wenn die Rennrad-Schaltung nämlich komische Geräusche macht oder nicht das tut, was Du möchtest, kann das wirklich frustrierend sein. Damit Du die Chancen auf eine einwandfrei funktionierende Schaltung vergrößerst, habe ich hier ein paar ganz grundlegende Tipps für Dich zusammengestellt.
Schalten unter Voll-Last?
Deine Rennrad-Schaltung ist in der Regel nicht zum Schalten unter Voll-Last gedacht. Wenn Du also schalten willst, plane auch bergauf mindestens eine halbe „lockere“ Umdrehung ein, damit die Kette smooth auf das nächste Ritzel oder auf das andere Kettenblatt gleiten kann. Vor allem der Wechsel der Kettenblätter ist etwas fehleranfälliger.
Shimano wirbt für seine Top-Schaltungen damit, dass sie auch unter Voll-Last geschalten werden können. Das geht auch ganz bestimmt und meistens gehts auch gut – aber die Chance, dass es nicht klappt, ist dennoch etwas höher. Bei den Einsteigerschaltungen würde ich das eher nicht zu oft probieren.
Meiner Meinung nach hat es schon seine Gründe, dass auch die Profis mit Top-Material während des Sprints normalerweise nicht mehr schalten. 😉
Schiefe Kettenlinie
Deine Kettenlinie sollte nicht zu schief sein – für mehr Effizienz und weniger Verschleiß. Das bedeutet, wenn Du vorne auf dem großen Blatt bist, solltest Du hinten nicht auf dem größten Ritzel sein. Genauso sollte die Kette vorne nicht auf dem kleinen Blatt und gleichzeitig hinten auf dem kleinsten Ritzel liegen. Spätestens, wenn Deine Kette Geräusche macht, ist es zu schief. 😉
Je schiefer die Kette läuft, desto mehr Watt gehen verloren und die Abnutzung der Kette ist so auch ungleich höher, als wenn die Glieder gerade oder zumindest annähernd gerade laufen. Und nicht zu unterschätzen: das Geräusch einer schiefen Kette kann Dich auch richtig nervös machen.
Das Rad richtig abstellen und ablegen
Diesen Fehler sehe ich leider so häufig bei Anfänger*innen oder auch in engen Situationen im Zug und bei Radveranstaltungen. Das Rad wird bei einer Panne abgelegt oder bei einem Stopp angelehnt – und danach ist das Schaltwerk oder sogar das Schaltauge verbogen.
Das ist unglaublich ärgerlich und ganz leicht vermeidbar: Leg Dein Fahrrad nie auf die Seite, auf der Deine Schaltung angebracht ist. Und falls Du Dein Rennrad irgendwo anlehnst, pass gut auf, dass auch hier nichts gegen die Schaltung drückt. Lehne Dein Rad lieber mithilfe des Lenkers, der Pedale, des Sattels oder des gummierten Teils des Hinterreifens an. So bekommst Du keine Kratzer in den schönen Lack und hast auch Deiner Schaltung einen Gefallen getan.
Wenns nicht gut läuft, hat das sonst Auswirkungen auf Deine Schaltperformance – und wenns richtig schlecht läuft, kann Dein Schaltwerk abreißen oder sogar Dein Laufrad beschädigen.
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Und sonst? Die richtige Pflege für Deine Schaltung
Ich bin ganz sicher kein Vorbild, was die Pflege meines Rennrads angeht – ich rede mir Dreck schon manchmal als Schutzschicht schön 😉 Aber wenigstens Deinem Antrieb solltest Du hin und wieder ein wenig Liebe geben und eine kleine Pflegeroutine etablieren.
Die Kette, Ritzel und die Schaltröllchen saubermachen, schmieren oder wachsen solltest Du regelmäßig – wichtig ist das vor allem nach Ausfahrten in nassen oder staubigen Bedingungen oder auch im Winter, wenn viel Salz auf den Straßen ist. Noch ein kleiner Tipp: Vermeide möglichst, mit einem Hochdruckreiniger auf die Lager Deines Rennrads oder Gravel-Bikes zu zielen. Leider ist es gar nicht gut für deren Lebensdauer, wenn Feuchtigkeit dort eindringt.
Und wenn Du dann schon ein paar tausend Kilometer hinter Dir hast, macht es auch Sinn, entweder beim Radhändler mal checken zu lassen oder selbst mit der Kettenmesslehre* zu überprüfen, ob die Kette noch in Ordnung ist oder so langsam mal getauscht werden sollte. Und wenn Du mal eine neue Kette brauchst, kannst Du mit unserem praktischen Online-Rechner die richtige Kettenlänge bestimmen.
Und jetzt viel Spaß beim Radfahren! Hast Du noch mehr Tipps? Dann schreib sie gern in die Kommentare!
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Carolyn Ott-Friesl
Seit fast 20 Jahren auf dem Rennrad unterwegs - nicht viel, nicht schnell, aber mit Leidenschaft. Trainerin, Selberfahrerin, Radsportbuch-Autorin. Seit 2014 Bloggerin auf Ciclista.net
Mehr über mich .:. Mein Buch "Unnützes Wissen über Radsport" .:. Ausrüstung & Partnerlinks


