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Rennrad unterwegs aufpumpen: Minipumpe, Akku-Pumpe oder Kartuschen? Vorteile & Nachteile

Rennrad unterwegs aufpumpen: Pumpen in der Trikottasche

Wenn man GlĂŒck hat, bleibt man lange verschont – aber irgendwann trifft es einen leider ganz bestimmt: Ein platter Reifen unterwegs beim Rennradfahren. WĂ€hrend die Pumpen fĂŒr unterwegs frĂŒher auch mal so groß wie ein ganzes Oberrohr sein konnten, gibt es inzwischen handliche und bequeme Möglichkeiten, das Rennrad unterwegs wieder aufzupumpen.

FĂŒr alle, die einfach mal einen Überblick brauchen, was unterwegs praktisch ist, habe ich hier mal die Optionen zum Pumpen unterwegs gesammelt. Denn alle Tools haben ihre Eigenheiten und eignen sich fĂŒr unterschiedliche Einsatzbereiche.

Inhalt:

Rennrad unterwegs aufpumpen – die Möglichkeiten

GĂŒnstig und zuverlĂ€ssig, aber anstrengend: Minipumpe

Eine handbetriebene Minipumpe ist sicherlich immer noch die gĂ€ngigste und gĂŒnstigste Möglichkeit, dem Rad unterwegs wieder Luft einzuhauchen. Die Vorteile sind vielfĂ€ltig: Eine Minipumpe funktioniert ohne Limit (solange Deine Muskeln mitspielen 😉 ), sie passt oft problemlos in die RĂŒckentasche oder an den Flaschenhalter, sie ist immer wiederverwendbar und sie ist leicht und recht gĂŒnstig. Ich bin seit Jahren fröhlich mit dieser Minipumpe* unterwegs.

Der Nachteil: Man muss sehr sehr oft pumpen, um ein paar Bar in einen Reifen zu bekommen. Das kann dauern, wirklich anstrengend sein und birgt die Gefahr, irgendwann vor lauter Anstrengung die Pumpe schief zu halten und das Ventil kaputtzubiegen und in noch grĂ¶ĂŸeren Schwierigkeiten zu sein. Wenn Du tubeless fĂ€hrst, also ohne Schlauch, dann kann es sein, dass Du mit einer Handpumpe nicht schnell genug Druck aufbauen kannst. Außerdem sind die meisten Minipumpen nicht mit einem Manometer ausgestattet. Wie viel Druck nun wirklich drin ist, musst Du schĂ€tzen.


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Komfortabel, aber endlich: Akkubetriebene Minipumpe

Ich bin ja schon eher eine Oldschool-Maus, was Radsport angeht. Dementsprechend war ich auch gegenĂŒber den Akku-Minipumpen erst einmal ordentlich skeptisch. „So haben wir das ja noch nie gemacht!“ 😉 Seit einigen Monaten haben wir aber nun zwei der kleinen Akku-Pumpen da (von Contec und von Cycplus) und man muss wirklich sagen: Sie sind so unglaublich praktisch und haben mit einem Schlag unsere Minipumpen, unsere Standpumpe (ja ich weiß, richtig faul) und unsere Ballpumpe in den vorzeitigen Ruhestand geschickt. Tja.

Die Handhabung ist wirklich einfach: Man gibt die gewĂŒnschte Barzahl ein, schraubt die Pumpe bzw. den zugehörigen Adapter ans Ventil, drĂŒckt einen Knopf und zack, ist der Reifen innerhalb kĂŒrzester Zeit mit ordentlich Krach aufgepumpt. Einfacher gehts ja gar nicht. Dazu sind die Pumpen inzwischen so klein, dass sie problemlos in die Trikottasche passen, vielleicht sogar in die Satteltasche, wenn die nicht ganz minimalistisch ist.

Aber wie alles im Leben haben auch die Akku-Pumpen Nachteile. Der grĂ¶ĂŸte ist sicherlich, dass die Anzahl der PumpvorgĂ€nge durch den Akku begrenzt ist. Ein platter Reifen ist gar kein Problem, zwei gehen auch noch – wenn ich jetzt den dritten Platten habe, dann wĂŒrde ich mit meinen Pumpen langsam nervös werden. Ein GlĂŒck, dass drei oder mehr Defekte schon wirklich selten vorkommen. Aber es gibt solche Tage. Und wenn die da sind, dann ist man ohne Backup-Option irgendwann aufgeschmissen.

Dazu kommt, dass es eben NOCH ein Teil ist, das man vor der Tour aufladen muss. Radcomputer, Handy, Pedale, evtl. Schaltung… Wenn man aber die Pumpe aufzuladen vergisst und dann einen Defekt hat, steckt man womöglich wirklich fest. Ein letzter Punkt, den man hier noch anbringen könnte: Ein elektronisches Device ist natĂŒrlich auch umwelttechnisch nochmal eine andere Nummer. Damit sind die Akku-Pumpen im Vergleich zur Handpumpe nicht die nachhaltigste Option – und auch nicht die gĂŒnstigste.

Schnell, aber mit Fallstricken: CO2-Kartuschen

Vor den Akku-Minipumpen waren CO2-Kartuschen beim Rennradfahren die einzige praktikable Möglichkeit, unterwegs mit weniger Muskeleinsatz und mit ordentlich Tempo wieder Druck in die Reifen zu bekommen. Die Kartuschen können richtig praktisch sein, haben aber meiner Meinung nach einen sehr begrenzten Einsatzbereich, in dem sie sinnvoll sind: Der große Vorteil der CO2-Kartuschen ist eindeutig die Schnelligkeit. Aufs Ventil schrauben, auslösen und zack, ist innerhalb von Sekunden wieder richtig Druck in der Sache. Somit können sie fĂŒr den Renneinsatz eine praktikable Lösung sein, wenn man nicht zu viele Defekte hat.

Denn die CO2-Kartuschen bringen auch einige Nachteile. Wie bei der Akku-Pumpe gibt es auch hier das Problem, dass sie limitiert sind. Einige Kartuschen sind wiederverwendbar, sodass der Restdruck noch genutzt werden kann. Aber wenn sie leer sind, dann ist es eben vorbei.

DarĂŒber hinaus sind die Kartuschen nicht so einfach in der Anwendung: Wenn man das Ventil nicht richtig trifft, geht wertvoller Druck unwiederbringlich verloren. Dazu werden die Kartuschen beim Entleeren richtig eisig, daher sollte man mit den HĂ€nden sehr vorsichtig sein. Wer tubeless fĂ€hrt, sollte zudem wissen, dass einige Dichtmilch-Marken wegen der negativen Auswirkungen der KĂ€lte und des CO2 auf das Dichtmittel davon abraten, die Kartuschen zu benutzen.

Neben all diesen Nachteilen sind die Kartuschen auch noch ein Wegwerfprodukt. Nach einmaliger Anwendung landen sie im Regelfall im MĂŒll. FĂŒr den Trainingsalltag sind Kartuschen wegen all dieser Probleme fĂŒr mich nicht die richtige Lösung. Wenn es wirklich um Sekunden geht, man sich ganz sicher mit der Anwendung ist und wenige Defekte erwartet, dann können CO2-Kartuschen aber ihre Vorteile ausspielen.

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Rennrad unterwegs aufpumpen: Die Optionen im Überblick

KriteriumMini-HandpumpeMini-AkkupumpeCO₂-Kartuschen
Geschwindigkeitlangsammittelschnell
Limit unterwegsUnbegrenztBegrenzt (je nach Akku ca. 1–4 komplette PumpvorgĂ€nge)Stark begrenzt (meist 1 Kartusche = 1 Versuch)
KostenGering (idR. ca. 20 Euro)Einmaliger Anschaffungspreis (idR. ca. 100 €)Laufend – je nach Anzahl der Defekte
FehleranfÀlligkeitgeringgering, aber Fehlversuche limitiert durch Akkumittel, aber Fehlversuche limitiert durch verbleibenden Druck
Kontrolle ĂŒber DruckKaum (meist kein Manometer)Sehr gut (Anzeige + Zielwert)Schwierig zu dosieren
Geeignet fĂŒrTouren, Training, Backup-Option – oft weniger fĂŒr Tubeless-Defekte geeignetTouren, Training, RennenRennen, zeitkritische Defekte
Modelle (Auswahl)Topeak Micro Rocket*, Lezyne Pocket Drive*Cycplus AS2 Pro Tiny Pump*SKS Airbuster CO2*

Was ist nun die beste Option zum Aufpumpen unterwegs?

Wie so oft ist es eine RisikoabwĂ€gung, was und wie viel man auf eine Radtour mitnimmt. Niemand hat 10 SchlĂ€uche dabei auf einer 20-Kilometer-Tour und wer auf große Bikepacking-Tour ĂŒber mehrere hundert Kilometer im Outback aufbricht, wird nicht nur eine Kartusche dabei haben.

Ich persönlich bin gerade meistens nur mit einer Mini-Akkupumpe unterwegs. Auf lĂ€ngeren Touren oder wenn ich weiß, dass ich wirklich kaum BerĂŒhrung zur Zivilisation haben werde, nehme ich als Backup noch meine Mini-Handpumpe mit. Letztendlich ist es aber immer auch Deine Entscheidung, welchen Kompromiss Du zwischen Sicherheit, Gewicht und ZuverlĂ€ssigkeit eingehst. Viele Radfahrer*innen haben auch noch Adapter dabei, um das Rad an der Tankstelle aufpumpen zu können (meist in Kombination mit einer Minipumpe, um wenigstens zur Tankstelle zu kommen) – dafĂŒr hatte ich bisher noch keinen Bedarf, ist aber natĂŒrlich auch eine praktikable Option, um das Rennrad unterwegs aufzupumpen.

Noch ein Tipp: Wenn Du Deine Pumpe(n) in der Trikottasche transportierst, dann am besten nicht in der mittleren Tasche – damit Du bei einem Sturz keine harten GegenstĂ€nde direkt an der WirbelsĂ€ule hast.

Ich hoffe aber, ich konnte Dir einen Überblick ĂŒber die unterschiedlichen Optionen verschaffen und Du hast jetzt mehr Klarheit ĂŒber die Möglichkeiten und Eigenheiten. Welches Setup hast Du auf Tour dabei? Schreib es gerne in die Kommentare!

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Carolyn Ott-Friesl

Seit fast 20 Jahren auf dem Rennrad unterwegs - nicht viel, nicht schnell, aber mit Leidenschaft. Trainerin, Selberfahrerin, Radsportbuch-Autorin. Seit 2014 Bloggerin auf Ciclista.net
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