Rennrad-Bucketlist: 11 Ideen für Radfahrer*innen und Radsportfans
Was ich am Radsport unter anderem so liebe, ist, dass er so vielseitig ist. Für viele – auch für mich meistens – ist es einfach schön, den Fahrtwind und die Sonne in den Speichen zu genießen. Aber es gibt so viele Dinge zu entdecken rund ums Radfahren – und vielleicht findest Du hier ja ein paar Ideen oder Ziele für Dich ganz persönlich.
Meine Bucketlist-Ideen sind sowohl zum Selberfahren auf unterschiedlichen Niveaus als auch zum Zugucken gedacht. Hier ist also sowohl für Radfahrer/innen als auch für Fans etwas dabei. Viel Spaß und vielleicht findest Du ein bisschen Inspiration!
1. Ein Brevet fahren

Mal in die Langstrecke reinschnuppern? Brevets sind Radveranstaltungen ohne Wettkampfcharakter, bei denen man eine festgelegte Strecke in einer festgelegten Zeit zurücklegen muss. Die Distanzen starten bei 200 Kilometern – damit kann man sich für längere Brevets bis über 1000 Kilometer qualifizieren. Das schöne daran ist: Man muss wirklich kein/e Leistungssportler/in sein, um mitfahren zu können und einen schönen Tag auf dem Rad zu verbringen. Termine für Brevets findest Du beispielsweise hier und meinen Bericht vom der Werdenfelser Frauenrundfahrt 2024 findest Du hier.
2. Ein Sechstagerennen besuchen

Sechstagerennen haben gerade nicht unbedingt Hochkonjunktur – in Deutschland gibt es leider nur noch die Veranstaltungen in Bremen und Berlin, wo man diese geschichtsträchtigen Rennen noch erleben kann. Mich persönlich haben Sechstagerennen schon immer begeistert – ein bisschen Party, ein bisschen Radsport, das Rattern der Holzbahn und die Shows rund um die Rennen. Man kann dort richtig viel über Taktik lernen und einfach einen guten Abend haben.
Wenn Ihr also Zeit und Lust habt, schaut doch mal in Bremen, Berlin oder den internationalen Sechstage-Veranstaltungen vorbei! Ich finde, es lohnt sich sehr. Hier habe ich alle Sixdays-Termine für Euch gesammelt.
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3. Eine Leistungsdiagnostik machen

Einmal so richtig ans Limit gehen, Trainingstipps bekommen und danach eine interessante Auswertung zum IST-Stand und zu den Trainingszonen erhalten? Eine Leistungsdiagnostik ist zwar oft nicht billig, aber ihr Geld meistens doch wert. Gerade für alle, die die Saison mal etwas ambitionierter angehen möchten, kann eine Leistungsdiagnostik eine richtig gute Sache sein.
4. Bei der L’Eroica mitfahren

Stahlräder, Wolltrikots, auslandende Schnauzbärte, Metallbidons, weiße Straßen – bei einer Eroica-Veranstaltung könnte man meinen, man sei in der Zeit ein paar Jahrzehnte zurückgereist. Seit 1997 gibt es die Nostalgie-Rennen in der Toskana, inzwischen gibt es Spin-Offs auf der ganzen Welt und mit der Strade Bianche gibt es seit 2007 sogar ein Profirennen, das davon inspiriert wurde. Meinen Bericht von der Eroica in Montalcino 2023 findest Du hier.
5. Ein Cyclocrossrennen in Belgien oder den Niederlanden erleben

Menschenmassen, tiefe Reifenspuren im Matsch, Pommes, Bier und Ballermann-Hits auf niederländisch – ein Cyclocross-Rennen in Belgien oder den Niederlanden ist wirklich ein Erlebnis. Und da bekommt „Volkssport“ eine ganz neue Bedeutung. Ich durfte vor einigen Jahren beim Cyclocross-Rennen in Overijse dabei sein und war wirklich geflasht, wie viel Begeisterung Radsport auslösen kann. Daher kann ich nur empfehlen: Schau Dir das unbedingt mal an! Alternativ ist bestimmt auch ein Straßenklassiker in Belgien oder den Niederlanden ein richtig gutes Erlebnis.
6. An einer RTF teilnehmen

So entspannt geht das Fahren in der Gruppe: Rad-Touren-Fahrten (RTFs) werden von Radsportvereinen organisiert und bieten die Möglichkeit, auf unterschiedlichen Strecken und mit Verpflegungspunkten ganz stressfrei mit anderen Radfahrer/innen zu fahren. Ohne Wettkampfstress (außer, Du willst unbedingt richtig Gas geben), dafür mit meist vielen netten Leuten. RTFs findest Du beispielsweise hier.
7. Auf der Radrennbahn fahren

Immer im Kreis fahren? Klingt bisschen langweilig. Ist es aber wirklich nicht: Ohne Bremsen, ohne Freilauf, mit richtig steilen Kurven und möglicherweise noch anderen Fahrer/innen auf der Bahn – so eine Fahrt auf der Radrennbahn ist gar nicht ohne und man muss wirklich erstmal klarkommen in dieser anderen Welt. Und wenn man es mal raus hat und sich traut, mit Geschwindigkeit in die Kurven zu donnern – dann wirst Du es vielleicht immer wieder tun wollen. 😉 Oft gibt es auf den Bahnen offene Trainings oder Schnupperstunden von Vereinen, bei denen Du auch ein Bahnrad ausleihen kannst. Probier das unbedingt mal aus!
8. Die Sellaronda mit dem Rennrad fahren

Eine Tour, bei der man für vergleichsweise wenig Höhenmeter richtig schöne Ausblicke bekommt: Die Sellaronda in den Dolomiten ist ein Klassiker unter den Rennradtouren und das zurecht. Die Runde ist ca. 50 Kilometer lang und mit 1600 Höhenmetern zwar anspruchsvoll, aber keine Monstertour. Immerhin vier Pässe liegen auf dem Weg und geben atemberaubende Ausblicke auf die hohen Berge frei. Hier findest Du meinen Bericht zur Sellaronda mit dem Rennrad.
9. Bei einem großen Rennen am Berg zusehen

Am Straßenrand stehen, die Helikopter kreisen am Himmel, Teamautos brausen vorbei, vielleicht gibts sogar eine Werbekarawane mit Geschenken und irgendwann radeln sie vorbei, die Stars, die man sonst nur im Fernsehen zu Gesicht bekommt. Bei einem großen Rennen am Straßenrand zu stehen, idealerweise sogar am Berg, ist ein eindrückliches Erlebnis. Je größer das Rennen, desto früher sollte man aber an der Strecke sein – vor allem bei den Grand Tours ist normalerweise etwa zwei Stunden vor der Durchfahrt die Strecke streng gesperrt.
10. Einen großen Pass fahren

Es gibt ein paar Pässe, die richtig viel Radsportgeschichte hinter sich haben, die immer wieder bei den Grand Tours eine große Rolle spielen und die viele Rennradfahrer/innen mal unter die Räder nehmen wollen. Das Stilfser Joch gehört dazu, der Mont Ventoux oder auch der Tourmalet – und einmal so einen mythischen Pass erklimmen und sich vielleicht sogar noch etwas die Geschichte dazu anzulesen, das macht mir sogar mit schlechter Kondition immer richtig Spaß. Ein paar der bekannten Pässe haben auch Termine, an denen die Straße für den motorisierten Verkehr gesperrt ist. Hier habe ich alle bislang bekannten Autofrei-Termine gesammelt.
11. Am Lizenz- oder Hobbyrennen teilnehmen

Ich bin da vielleicht ein bisschen nerdig – aber ich finde immer noch, dass Lizenzsport hart unterschätzt ist und viel zu wenig Beachtung findet. In vielen Orten gibt es Radrennen, von denen kaum einer weiß – die aber richtig Radsport bieten und auch Einsteiger/innen die Möglichkeit geben, beim Hobbyrennen oder per Tageslizenz beim Lizenzrennen mal Radrennluft zu schnuppern. Schau einfach mal hier, ob Du einen Termin in der Nähe findest und meld Dich doch einfach mal an, wenn Du ohnehin mal bei einem Radrennen starten möchtest! Hier hab ich übrigens mal einige Infos zum Thema Lizenzsport zusammengetragen.
Ich hoffe, ich konnte Dir ein paar Ideen geben, was man alles im Radsport erleben kann – und ich hoffe, Du hast damit viel Spaß! Hast Du noch mehr Ideen für schöne Bucketlist-Ziele? Dann gern ab damit in die Kommentare! Und Tim Farin hat sogar ein ganzes Buch über Bucketlist-Ziele für Radfahrer* geschrieben.
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Carolyn Ott-Friesl
Seit fast 20 Jahren auf dem Rennrad unterwegs - nicht viel, nicht schnell, aber mit Leidenschaft. Trainerin, Selberfahrerin, Radsportbuch-Autorin. Seit 2014 Bloggerin auf Ciclista.net
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