Rennradtour ab Rosenheim über Thiersee & Sudelfeld (110km, 1.600hm)

Ich muss zugeben:  wir haben es hier rund um Rosenheim schon sehr gut erwischt, was schöne Touren mit dem Rennrad angeht. Vor allem im Süden gibt es viele tolle Möglichkeiten, sich anspruchsvolle Touren zusammenzustellen, die Berge sind schließlich nur einen Katzensprung von Rosenheim entfernt.

Leider macht der tägliche Bergblick nicht automatisch auch eine gute Radlform. Das lerne ich leider immer wieder, ganz besonders im Frühjahr. Ganz fernhalten von den Alpen kann ich mich jedoch auch mit wenigen Vorbereitungskilometern nicht. Dafür sorgt allein schon der beste Mann der Welt, der immer wieder neue Touren entdeckt und mich damit an meine Grenzen treibt.

 

Der Winter war bei mir wirklich nicht von Trainingsfleiß geprägt, deswegen war die geplante Tour zu Christi Himmelfahrt von Rosenheim über Thiersee und das Sudelfeld mit 110 Kilometern  und 1600 Höhenmetern schon sehr ambitioniert – aber die Anstrengung hat sich definitiv gelohnt. Und weil’s so schön war, gibt’s nachfolgend ein paar Impressionen davon.

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Gleich beim Einrollen lockt das Bergpanorama

Los geht’s also in Rosenheim und gleich beim Einrollen bekommen wir einen Eindruck davon, was uns erwartet. Die Berge türmen sich eindrucksvoll am Horizont auf, ein gnädiger Wind (den wir später noch verfluchen werden) schiebt uns in die richtige Richtung. Ein paar Schönwetterwolken schweben über den Gipfeln, aber die Sonne brennt zur Mittagsstunde mit so viel Kraft auf uns herunter, dass wir langsam die Armlinge in die Trikottaschen wandern lassen. Auf den Nebenstraßen Richtung Neubeuern ist so gut wie nichts los, nur wenige andere Radfahrer begegnen uns. Knapp über der Grenze nach Österreich kommt uns sogar Marcus Burghardt im BMC-Dress entgegen, der ganz in der Nähe am Samerberg wohnt und freundlich grüßt.

 

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Von der einsamen Idylle ist wenig später leider nichts mehr übrig – wir teilen uns die Straße mit immer mehr Cabrios und Motorrädern und spätestens, als es von Kufstein (ja, hier summe ich im Kopf immer das Kufstein-Lied) hineingeht in die Serpentinen Richtung Thiersee, brummt und rattert es nur noch um uns herum. Die Straße schlängelt sich traumhaft die knapp 200 Höhenmeter hinauf, nur die waghalsigen Brems- und Überholmanöver der Mitverkehrsteilnehmer trüben das Vergnügen etwas.

 

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Der erste Anstieg ist also geschafft, jetzt geht es erst einmal bergab und danach wartet noch ein „kleiner Gegenanstieg“, sagt der beste Tourguide der Welt. Die Abfahrt ist erfrischend und gut zu fahren, wir fahren mit Schwung in das Thiersee-Tal hinein. Der „kleine Gegenanstieg“ stellt sich als doch recht fordernd heraus, die Steigungsprozente halten sich zwar in Grenzen, aber es sind immerhin ca. 5 Kilometer, über die es nicht so richtig hinwegrollt. Dafür ist die Gegend hier ein Traum.

 

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Tipp: Abstecher zur Ackernalm

Wer Angst hat, von dieser Tour nicht ausreichend ausgelastet zu sein, dem empfehle ich noch den Abstecher auf die Ackernalm. 6 Kilometer Mautstraße mit durchschnittlich ca. 12 % Steigung und tollem Ausblick, wenn man es dann hochgeschafft hat.

Wir haben uns bei dieser Tour dagegen entschieden, aber die Route steht in dieser Saison definitiv noch auf unserer „To-Ride-Liste“. Die Ackernalm ist vom Thiersee-Tal aus eigentlich nicht zu verpassen, wer die Augen offen hält, wird das Hinweisschild auf der linken Seite nicht übersehen.

 

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Zurück in Bayern, rein ins Ursprungtal

Nur kurze Zeit, nachdem wir die Abzweigung zur Ackernalm hinter uns gelassen haben, erreichen wir den Ursprungpass, der die Grenze zwischen Bayern und Tirol kennzeichnet. Jetzt haben wir also wieder heimischen Boden unter den Füßen, mia san zruck.

Und gleich hinter der Grenze fährt es sich leichter, das hat aber nichts mit dem bayerischen Boden zu tun, sondern vielmehr damit, dass die Straße des Ursprungtals sich jetzt sanft abwärts neigt. Eine Wohltat für die müden Beine.

 

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Die Erleichterung hält aber nur einige Kilometer, denn danach tut sich das letzte Hindernis des Tages vor uns auf. Direkt vor dem Wendelstein (das ist der Berg mit dem Sender drauf) verläuft die Passstraße zum Sudelfeld. Noch einmal etwa vier Kilometer mit etwas mehr als 300 Höhenmetern.

 

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Ein Glück, dass man sich in Bayrischzell am Fuße des Sudelfeldpasses noch einmal stärken kann für die bevorstehende Aufgabe. Eine Eisschokolade bei der Sport-Alm gibt noch einmal richtig Energie und nullt die Tagesenergiebilanz mit Leichtigkeit. 😉

 

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Der Sudelfeldpass von Bayerischzell als letztes Hindernis

Doch auch die größte Eisschokolade hat einmal ihr Ende und so schwingen wir uns wieder auf unsere Rennräder. Die eindrucksvolle Passstraße zieht sich lang am Hang entlang und gibt immer neue Blickwinkel frei. Die bis zu 15 Steigungsprozente tun noch einmal richtig weh. Dafür entschädigt der Ausblick auf Bayrischzell und das Ursprungtal, aus dem wir kurz zuvor gekommen sind, ein kleines bisschen für die Strapaze.

 

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Irgendwann sehen wir nur noch Skilifte und blauen Himmel über uns, die Beine brennen, die Lunge rasselt, aber dann ist es auch schon geschafft. Mit dem kleinen Parkplatz erreichen wir den höchsten Punkt des Sudelfeldpasses und haben uns die Abfahrt und den dazugehörigen Ausblick wohlverdient.

Die lange Abfahrt hinunter nach Brannenburg macht Laune, in meinem Fall als nervöse Bremserin werden nur noch die Finger und die Nerven bei bis zu 18 % Gefälle ordentlich beansprucht. Gerade, wenn man am späten Nachmittag hier herunter fährt, lohnt sich eine Windweste, denn wenn die Sonne mal hinter den umliegenden Bergen verschwunden ist, kann es mit dem Fahrtwind empfindlich kühl werden.

 

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Jetzt fehlt nur noch der Rückweg, etwa 20 flache Kilometer sind es zurück nach Rosenheim. Der anfangs so hilfreiche Wind hat sich jetzt gegen uns gewendet. Aber egal, ganz langsam und gemütlich geht es nach Hause. Ein richtig schöner Radltag liegt hinter uns, und den lassen wir gemütlich ausklingen. Als Saisoneinstieg vielleicht ein bisschen heftig, aber definitiv lohnenswert. Viel Spaß beim Nachfahren!

 

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Carolyn Ott-Friesl

Nicht viel, nicht schnell - aber mit Leidenschaft. So betreibe ich Radsport seit mehr als zehn Jahren. Mehr über mich...

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