Die Velo-Links am Montag (54)

Was zu lesen, was zu sehen, was zu hören? Hier gibt’s jeden Montag eine Linksammlung zum Thema Radsport.

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Jetzt ist es amtlich: Der Start der Tour de France 2017, der sogenannte Grand DĂ©part, findet nach vielen Jahren wieder in Deutschland statt. DĂŒsseldorf erhielt den Zuschlag und darf sich ĂŒber den Tour-Trubel freuen, zuletzt startete die Tour 1987 in West-Berlin auf deutschem Boden. Welche Stadt die zweite Etappe beherbergen darf, steht noch nicht ganz fest. Im GesprĂ€ch sind Bad Homburg, der NĂŒrburgring und auch Mannheim. (cyclingnews.com, sportschau.de) Infos fĂŒr DĂŒsseldorfer und andere Interessierte zum Ablauf, der Strecke etc. gibt es bei RP-Online. (rp-online.de)

Der deutsche Tour-Start wird von vielen als große Hoffnung fĂŒr den deutschen Radsport gesehen. Gleichzeitig spielt sich ein paar Ebenen darunter ein kleines Radsport-Drama ab. Die Bayernrundfahrt, die letzte deutsche Profirundfahrt, muss nach 36 Jahren im Jahr 2016 erstmals ausfallen. Betroffen ist auch das traditionsreiche NĂŒrnberger Altstadtrennen, das in den letzten Jahren als Schlussetappe der Bayernrundfahrt am Leben gehalten wurde. Im Budget fehlten 300.000 Euro, die sich bis zum 20. Dezember trotz öffentlichem Aufruf nicht mehr auftreiben ließen. (sport1.de) Wie Jens Zemke, Sportdirektor beim WorldTour-Team Dimension Data, beklagt: „Fast jedem Land gelingt es, eine nationale Rundfahrt auf die Beine zu stellen, wie etwa die Tour de Amissa Bongo in Gabun, die Tour de Ruanda, die Tour of Turkey oder die Mega-Events in den WĂŒstenstaaten“, in Deutschland dagegen sei es augenscheinlich nicht möglich, „trotz guter wirtschaftlicher Lage die letzte Traditionsveranstaltung zu retten.” (radsport-news.com)


 

Jan Frodeno machte die mit seinem Triumphjahr inklusive Siegen bei den Ironman-Rennen in Frankfurt und auf Hawaii beste Werbung fĂŒr den Triathlon – und fĂŒr den Ironman-Konzern. Wie die neuen EigentĂŒmer mit der Marke Ironman Geld scheffeln wollen und was die FIFA-Familie Blatter mit dem Triathlon zu tun hat. (sueddeutsche.de)


 

Beinahe alle Radsportnationen hatten so ihre Dopingskandale und -skandĂ€lchen, viele Fanherzen wurden gebrochen, dennoch kamen die meisten darĂŒber recht schnell hinweg. Doch wie Frank von Velominati so schön schreibt: “Not Germany. Germany Sharpied “Cheating Bastard” on Cycling’s forehead, threw all its belongings on the front lawn, and set that shit on fire.” Doch glĂŒcklicherweise sind “zee Germans” wieder auf dem Vormarsch. (velominati.com)


 

FahrrĂ€der sind oft die wichtigsten Fortbewegungsmittel fĂŒr Asylsuchende in Deutschland. Umso schöner, dass sich viele Radsportvereine fĂŒr FlĂŒchtlinge engagieren und ihr Bestes tun, um zu integrieren. (tour-magazin.de)


 

Und weil viele ja noch im Weihnachtsurlaub sind, gibt’s heute zwei Filme. Beide politisch, aber dennoch komplett unterschiedlich. ZunĂ€chst geht es bei Claudia BrĂŒckner um die Hindernisse fĂŒr Radfahrer in Berlin (stellvertretend wahrscheinlich auch fĂŒr viele andere deutsche StĂ€dte) und die nicht umgesetzten VerbesserungsvorschlĂ€ge von Radfahrern an die Stadt Berlin. Einige Szenen dĂŒrften allen Radfahrern bekannt vorkommen. (vimeo.com)

 

Und wer etwas mehr Zeit hat (oder sich gerade eine Stunde auf der Rolle vorgenommen hat), der kann sich die Geschichte von Nelson Vails ansehen, der als Afro-Amerikaner aus schwierigen VerhĂ€ltnissen die sehr “weiße” US-Bahnradszene in den 1980ern aufmischte und hochkarĂ€tige Erfolge sogar bei Olympia einfuhr. Der ehemalige Fahrradkurier mit dem Spitznamen “The Cheetah” (der Gepard) ist immer noch Inspiration fĂŒr viele. (youtube.com via iswaf.de)


Und Eure Links der Woche?

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