Radhose f√ľrs Rennrad: Der Guide f√ľr Einsteiger

Nicht zu lang, nicht zu kurz, mit oder ohne Tr√§ger, das Polster nicht zu dick und nicht zu d√ľnn – es gibt so viele unterschiedliche Rennradhosen*. Und mindestens genauso viele Fragen dazu. Schlie√ülich kommt es auch sehr auf die Fahrradhose an, ob man schmerzfrei und bequem auch auf l√§ngeren Touren radeln kann, der Po ist einer von wenigen Kontaktpunkten des K√∂rpers zum Rad. Ich habe mal versucht, die h√§ufigsten und spannendsten Fragen rund um die Fahrradhose bzw. Rennradhose zu sammeln und f√ľr Dich zu beantworten.


Inhalt:

Radhose Rennrad
    

Was trägt man unter der Radhose?

      

Ich will gar nicht um den heißen Brei herumreden (wie ich das schon einmal mit einem Augenzwinkern getan habe). Unter der Radhose trägst Du am besten: NICHTS. Je weniger Du drunter trägst, desto weniger kann scheuern und desto mehr schmerzfreien Spaß hast Du beim Radfahren. Wo keine Nähte sind, können sie auch nicht stören. Also keine Scheu, wir Rennradfahrer(innen) sind (fast) alle untendrunter nackig.

  
    

Ist eine Radhose mit Polster √ľberhaupt notwendig?

      

Nat√ľrlich kannst Du auch ohne Polster Rad fahren. Aber das Sch√∂ne an der Radhose ist: Sie ist eben genau f√ľrs Radfahren gemacht! W√§hrend Du bei normalen Sporthosen sicherlich irgendwann die N√§hte im Intimbereich schmerzhaft zu sp√ľren bekommst und vielleicht auch die eine oder andere Druckstelle mitnimmst, kommt das Polster im Idealfall ohne N√§hte an kritischen Stellen aus – daher kann an den kritischen Stellen erst einmal nichts scheuern, was von der Radhose kommt. Dazu bietet das Polster idealerweise an genau den richtigen Stellen Komfort. Meine Meinung also: Bei l√§ngeren Touren ist die Radhose mit Polster* f√ľr mich ein Muss! Warum auf diesen Komfort verzichten?

  
    

Dickes Polster oder d√ľnnes Polster?

      

Eine √§hnliche Diskussion gibt es auch beim Sattel: Lieber weich gepolstert oder hart gebettet? Wie beim Sattel lautet meine Faustregel: Je l√§nger die Touren, desto weniger Polster ist f√ľr mich angenehm. Denn je mehr Du in den Sattel oder auch in Dein Sitzpolster in der Hose einsinkst, desto mehr Reibungsfl√§che kann entstehen. Daher rate ich Dir f√ľr l√§ngere Touren, auf eine Hose mit einem d√ľnneren Polster zu setzen und mit einem h√§rteren Sattel zu kombinieren. Au√üerdem mag ja auch niemand “Windeln”, oder? ūüôā

  
    

Gibt es einen Unterschied zwischen Damenpolstern und Männerpolstern?

      

Ja, den gibt es. Erfahrungsgem√§√ü kommt man zwar auch als Frau normalerweise ganz ordentlich mit einem M√§nnerpolster zurecht. Weitaus weniger Probleme auf l√§ngeren Touren habe ich allerdings mit Radhosen, die extra f√ľr Frauen gemacht sind. Die Polster f√ľr M√§nner sind h√§ufig recht breit geschnitten oder eben nicht perfekt auf die weibliche Anatomie angepasst, sodass das Polster eher st√∂rt als sch√ľtzt. Andersherum werden M√§nner eher keine Radhosen f√ľr Damen* bevorzugen, nicht nur wegen der Farben der Damenradhosen. Die Polster sind oft zu schmal und knapper geschnitten als bei M√§nnerradhosen* oder Unisexradhosen.

Wenn Du gerade anf√§ngst und erst einmal kleine Runden drehst, dann muss das Sitzpolster nat√ľrlich nicht direkt perfekt passen. Du wirst den Unterschied nach ein paar Stunden aber auf jeden Fall bemerken und dann erkennen, ob die Radhose wirklich passt oder nicht. Ich fahre auf jeden Fall am liebsten mit Radhosen, die extra f√ľr Frauen hergestellt wurden. Wie beim Sattel gilt auch hier: es gibt nicht DIE beste Radhose. Da hilft nur ausprobieren, jeder Hintern ist anders!

  
    

Radhose mit Trägern oder ohne Träger?

      

Das ist Geschmackssache. Wer gerne Komfort bei der Pinkelpause genießt, der mag in der Regel Hosen ohne Träger lieber. Wer Рwie ich Рdie Freiheit einer Trägerhose genießt, die nicht einschneidet und immer genau da sitzt, wo sie soll, der bevorzugt Hosen mit Trägern. Letztlich musst Du ausprobieren, welche Variante Du lieber magst.

F√ľr Frauen gibt es von vielen Herstellern inzwischen sogar Radhosen, die Pinkelpausenkomfort und Tr√§gerkomfort vereinen, indem ein Rei√üverschluss klug gesetzt oder die Hose als Neckholder konzipiert ist, den man einfach √ľber den Kopf streifen kann. Also kein entweder oder sondern sowohl als auch. Hier gibt es einen ausf√ľhrlichen Test zum Thema Damen-Tr√§gerradhosen mit Pinkelpausenl√∂sung.

  
    

Wie gut sind Radhosen vom Discounter?

      

Aldi, Lidl, Decathlon – √ľberall gibt es Radhosen zu kaufen, die nur einen Bruchteil des Preises von Markenprodukten kosten. Auch hier gilt wieder: F√ľr nicht ganz so lange Touren oder wenn Du nur hin und wieder mal unterwegs bist, ist das v√∂llig ausreichend. Nicht jeder Anf√§nger muss sich gleich mit einer Assos- oder Rapha-Radhose f√ľr hunderte von Euros eindecken, f√ľr den Anfang ist eine Hose vom Discounter v√∂llig in Ordnung. Passen sollte sie aber schon, egal wie g√ľnstig! Was mir au√üerdem aufgefallen ist: die g√ľnstigen Hosen sind von Haus aus oder werden recht schnell durchsichtig. Also am besten √∂fter mal im Spiegel kontrollieren, ob man sich noch rauswagen kann – also, falls Dich das st√∂rt. ūüôā

  
    

Welche Radhose im Fr√ľhling, Herbst und Winter?

      

Was macht man, wenns k√§lter ist? Im Herbst und Fr√ľhling reichen oft Beinlinge* oder Knielinge* als Erg√§nzung zur kurzen Hose. Die sollten auf jeden Fall gut passen, sonst k√∂nnen sie unangenehm am Oberschenkel einschneiden. Also m√∂glichst nicht zu eng kaufen.

Und wenn es dann richtig kalt wird, gibt es auch daf√ľr die richtigen Klamotten. Hier hast Du ebenfalls wieder die Wahl zwischen Hosen mit und ohne Tr√§gern – hier tendiere ich auf jeden Fall zu Hosen MIT Tr√§gern, weil die am R√ľcken zus√§tzlich noch ein bisschen vor K√§lte und Wind sch√ľtzen. Und es gibt inzwischen auch lange Hosen f√ľr Damen mit Pinkelkomfortfunktion.

  
    

Winterradhose mit oder ohne Polster?

      

Winterradhosen* gibt es mit und ohne Polster – beide haben ihre Berechtigung. Lange Radhosen mit Polster sind praktisch, weil man keine kurze Radhose oder Unterhose drunter braucht und daher weniger Stoffschichten scheuern k√∂nnen. Auf der anderen Seite macht auch eine lange Hose ohne Polster Sinn – schlie√ülich kann man dann eine kurze Radhose oder gepolsterte Unterhose drunterziehen und kann die lange Radhose √∂fter anziehen. Schlie√ülich ist so eine richtig gute Winterradhose gar nicht mal so g√ľnstig und davon hat man √ľblichweise nicht zu viele zuhause. Au√üerdem hast Du noch eine w√§rmende Schicht zwischen der K√§lte und Dir.

  
    

Wie ist das mit der Sitzcreme in der Radhose?

      

Ich benutze Sitzcreme* nicht bei jeder Tour, aber Mehrtagestouren oder sehr lange Touren macht eine Sitzcreme auf jeden Fall angenehmer. Aufgetragen wird die Sitzcreme aufs Polster, bevor Du die Radhose anziehst. Die Auswahl an Sitzcremes ist gro√ü, aber nicht alles, was schmiert und pflegt, eignet sich f√ľr alle als Sitzcreme. Ich selbst benutze ganz gerne Melkfett – ich habe allerdings schon von mehreren Radlern geh√∂rt, dass Melkfett und Hirschtalg bei ihnen die Poren verstopft und zu b√∂sen Entz√ľndungen f√ľhren kann. Deswegen auch hier: Ausprobieren, was man vertr√§gt und keine Experimente vor wichtigen Touren.

  

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